IoT: das Internet der Dinge im öffenlichen Umfeld

11. August 2016 um 16.47 Uhr
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IOT Ilustration Marc Zeugin

Das Internet der Dinge oder kurz IoT (Internet-of-Things) ist in aller Munde obwohl die grosse Verbreitung erst an Anfang steht. Das Internet der Dinge bezeichnet die Vernetzung von technischen Geräten wie Stromzähler und Sensoren aber auch ganzer Gebäudesysteme oder Fahrzeuge. Diese Kommunikation findet in der Regel über das Internet organisationsübergreifend statt. Ein oft zitiertes Beispiel ist der intelligente Kühlschrank, der merkt welche Esswaren entnommen wurden und diese selbständig über das Internet nachbestellt.

Technische Herausforderungen
Bei Sensoren, welche im Aussenbereich ohne Stromanschluss eingesetzt werden ist die Batterielaufzeit wie auch die Datenübertragung ein noch nicht vollständig gelöstes Problem. Um dies zu verbessern hat die Swisscom im Frühjahr 2016 den Aufbau eines Low-Power-Networks angekündigt, welches es ermöglicht kleine Datenmengen mit minimaler Batterieleistung kabellos zu übertragen. Mit solchen Technologien wird es zukünftig möglich sein. einen Sensor mit einer kleinen Batterie mit einer Lebensdauer von ca. 5 Jahren oder sogar nur durch Solarzellen betreiben zu können. Um zu verhindern, dass sich im IoT-Umfeld in den nächsten Jahren eine Vielzahl von technischen Standards entwickelt, welche in der Regel inkompatibel sind, hat sich die sogenannte LORA-Alliance gebildet Diese Allianz hat sich zum Ziel gesetzt weltweit einen einheitlichen Standard zu definieren.

Anwendung im öffentlichen Umfeld
In der Info-Broschüre „Anlagen Aktuell“ der Zürcher Kantonalbank vom Februar 2016 wird der Anteil des öffentlichen Umfelds am weltweiten IoT-Potential auf 23% (Städte & Verkehrsmittel) geschätzt. Es gibt Voraussagen, welche davon ausgehen, dass die Anzahl der IoT-Geräte bereits vor dem Jahr 2020 die 10-Milliarden Marke übertreffen wird.

Dies zeigt, dass es sich durchaus lohnt auch im öffentlichen Umfeld Gedanken über den Einsatz dieser Technologien zu machen. In der Tabelle sind beispielhaft einige mögliche Einsatzgebiete beschrieben.

 Anwendungsgebiet Szenario
Gebäudemanagement Die technischen Anlagen eines Gebäudes (Aufzüge, Heizungsanlagen etc.) werden durch Sensoren überwacht, welche periodisch Zustandsmeldungen übermitteln. Je nach Zustandsmeldung werden vorbeugende Instandhaltungs-massnahmen, dem Zustand der Anlage angepasst, geplant und durchgeführt.
Entsorgungsmanagement In den Abfallcontainern angebrachte Sensoren melden den Füllstand der Container so dass die Leerung dem Füllstand angepasst erfolgen kann.
Waldwirtschaft In Wäldern dezentral angebrachte Sensoren überwachen den Feuchtigkeitsgehalt des Waldbodens und ermöglichen auf diese Weise die Wahrscheinlichkeit eines Waldbrandes in den verschiedenen Waldabschnitten zu berechnen.

Praktische Umsetzung mit heutigen IT-Systemen
Viele öffentliche Verwaltungen setzen heute ERP- (Enterprise Resource Planning) Systeme ein, um Prozesse und Ressourcen zu steuern. Es ist daher naheliegend, den Nutzen von IoT-Szenarien auf diese betriebswirtschaftlichen Anwendungen und Prozesse abzustützen.

Dies haben in der Zwischenzeit auch die grossen ERP-Anbieter erkannt. So bietet beispielsweise der Softwareanbieter SAP bereits heute Anwendungsfälle und Technologien für IoT-Thematik an. (IoT bei SAP)

Da auch in Schweiz viele öffentliche Verwaltungen SAP einsetzen, möchte referenzportal.ch die Diskussion und den Informationsaustausch über diese IoT Anwendungen fördern. Der Autor dieses Artikels – selbst engagiert in einem SAP Competence Center – nimmt Ideen, Diskussionsanstösse und Erfahrungsberichte gerne auf (Kontaktformular beim Kompetenzzentrum SAP Kanton Zürich)


portrait-marc-zeugin

Marc Zeugin ist Lösungsarchitekt im Kompetenzzentrum SAP des Kantons Zürich und Absolvent des Masterstudiengangs Innovation Engineering  der ZHAW

 

 

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