Eine neue Plattform – warum es das Referenzportal braucht

5. Januar 2014 um 17.05 Uhr
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Bundeshaus FrontReferenzprojekte und Prozessinnovation im Public Service

Informatikprojekte der öffentlichen Hand haben eine schlechte Presse. Es scheint, die Medien berichten mit Vorliebe über Kostenüberschreitungen und abgebrochene Projekte, wenn es um die IT der schweizerischen Verwaltung geht. Unsauber abgewickelte Beschaffungsverfahren und Korruptionsfälle machen Schlagzeilen.

Dabei wird gerne übersehen, dass die öffentliche Verwaltung der Schweiz im letzten Jahrzehnt ein ganzes Portfolio von erfolgreichen Informatikprojekten umgesetzt hat. Gerade im weitgehend standardisierten Umfeld von ERP-Projekten (Enterprise Resource Planning) sind grosse Erfolge zu verzeichnen. Zahlreiche Lösungen für Rechnungswesen, Controlling, Logistik und Personalprozesse wurden erfolgreich eingeführt und haben die Effizienz der Verwaltung erhöht.

Manches Projekt konnte trotz Kostenbremse und Sanierungsprogramm umgesetzt werden – oder gerade deswegen: weil der „Business Case“ sich rechnet, weil langfristig Einsparungen zu erzielen sind.

Zu den erfolgreichen Projekte und neuen Standards gehören:

  • Einführung von Buchungszentren mit zentralen, modernen Scanning- und Workflowlösungen
  • Einführung von Kostenrechnungsmodellen für die öffentliche Vewaltung
  • Umsetzung neuer Rechnungslegungsvorschriften (IPSAS, HRM2)
  • Digitales Dokumentenmanagement (elektronische Dossiers)
  • E-Government Lösungen, welche Prozesse für Bürger und Unternehmen verschlanken und auf dem Internet zugänglich machen

Es wäre nur gerecht, würden wir diese erfolgreichen Projekte und Effizienzsteigerungen als positive Beispiele  in der Presse sehen. Leider wird wenig darüber berichtet. Was viel schwerer wiegt: die erfolgreichen Projekte sind auch innerhalb der Verwaltung zu wenig bekannt. Was in Basel oder Solothurn bereits reibungslos läuft, darüber zerbricht man sich in Bern und Zürich noch den Kopf. Was beim Kanton perfekt funktioniert ist in der Kantonshauptstadt  noch Gegenstand von Vorstudien. Projektleiter evaluieren Lösungen, machen Marktstudien und schreiben Konzepte – dabei haben ihre Kollegen in anderen Verwaltungen  längst gute Lösungen etabliert.

Selbstverständlich gibt es Kontakte und Informationsaustausch in der öffentlichen Verwaltung, auch viele verwaltungsübergreifende Gremien, welche wertvolle Konzeptarbeit leisten. Allein,  die Praxis zeigt: in Bezug auf erfolgreiche Informatiklösungen und Referenzprojekte herrscht ein Informationsnotstand. Als externer Berater und Branchenkenner bekommt man da schon einmal zu hören «Was, die Kollegen haben das schon? Ist ja verrückt, dass wir das von Ihnen erfahren müssen».

referenzportal.ch tritt an, diese Informationslücke zu füllen.

Hier zeigen Verwaltungen und ihre Umsetzungspartner erfolgreiche Projekte. Eine navigierbare Datenbank von Referenzen enthält Lösungen von Anlagenbuchhaltung bis Zeit- und Leistungserfassung. Die Navigation über Branchen, wie Bildung, Gesundheit oder Soziales gibt direkten Zugriff auf branchenspezifische Innovationen und Trends.

Sie haben Handlungsbedarf, aber zögern, ein Projekt zu starten? Sie müssen eine Lösung evaluieren? Sie wollen wissen, wer was hat und wer was kann?
Entdecken Sie das Referenzportal, stöbern Sie in den Menüs Lösungen, Branchen und Referenzen

Und falls Sie selber erfolgreiche Lösungen eingeführt haben: machen Sie diese bekannt!
→ Redaktion referenzportal.ch

Roland Füllemann, Chefredaktor von referenzportal.ch, hat 20 Jahre Erfahrung mit Informatikprojekten im ERP-Umfeld. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Projektinitialisierung, Ausschreibungen für die öffentliche Verwaltung und Projektmanagement. Er ist Mitglied der Alumni Wirtschaftsinformatik Universität Zürich und nebenberuflich Dozent für Informatik an der HWZ Hochschule für Wirtschaft, Zürich.

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1Kommentar

  1. Walter Kuhn

    15. Januar 2014 um 9.04 Uhr

    Ich stimme damit absolut überein. Warum muss das Rad immer wieder neu erfunden werden?
    Es scheint mir jedoch auch wichtig, hier nicht nur die Bekanntheit von Lösungsansätzen und erfolgreichen Umsetzungen sichtbar zu machen, sondern auch die Reflektion des „Not invented here“ Syndroms zu fördern. In meiner eigenen beraterischen Praxis habe ich ab und an erlebt, dass viel Geld investiert wurde in Lösungen, die man günstiger haben könnte – allein weil „man anders sei“ – trotz gleicher Problemstellung.
    In diesem Sinne wünsche ich den Portalmachern viel Erfolg!

    Prof. Dr. Walter Kuhn, HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich

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